2015 09 01 dienst sachsenring

Unfall sorgte für jähes Ende bei der Niederbayern-Rallye

Ende August war es soweit. Andreas Baier und Matthias Weber starteten im BMW M3 E36 bei der internationalen Niederbayern-Rallye, die zusätzlich zur Wertung der Austrian Rallye Challenge (ARC) zählte und auch Teilnehmer aus Ungarn und Tschechien anlockte. Nach dem grandiosen siebten Gesamtrang im Vorjahr wollte man natürlich an diesen Erfolg anknüpfen. In der Klasse CTC 28 hatten in diesem Jahr sieben starke Teilnehmer (Mitsubishi Lancer, Subaru Impreza, Ford Escort & Sierra Cosworth) genannt. Wie schon im Vorjahr mussten die Teilnehmer 117 Kilometer auf Bestzeit absolvieren.

Nach der Besichtigung der Wertungsprüfungen am Freitag, stand abends noch ein doppelt gefahrener Rundkurs auf dem Plan. Gleich zu Beginn setzte das Rallyeteam mit der achtschnellsten Zeit eine Duftmarke und musste sogar noch ein Fahrzeug im Rundkurs überholen. Allerdings machten sich die tropischen Temperaturen stark bemerkbar, sodass gegen Ende die Reifen deutlich abbauten. Jedoch konnte man mit einer deutlichen Reduzierung des Reifendrucks diesem Umstand entgegenwirken. Im zweiten Umlauf konnte die Zeit um weitere 2,1 Sekunden verbessert werden, was wieder der achte Rang bedeutete. Die Nachtruhe traten Andreas Baier und Matthias Weber so als Klassenführende an.

Auch am Samstag zeigte sich das Wetter von seiner besten Seite und ließ die Temperatur in der Sonne auf bis zu 43°C steigen. Gleich am Morgen war eine 6,2 Kilometer lange Sprintprüfung zu absolvieren. Mit dem achten Rang konnte der achte Gesamtrang weiter gefestigt werden. Auf der vierten Wertungsprüfung waren auf sieben Kilometern ganze drei Ortsdurchfahrten und einige schnelle Kuppen zu meistern. Genau so eine Kuppe wurde dem Rallyeteam zum Verhängnis, denn der Einlenkpunkt einer Kurve auf der Kuppe war erst im letzten Augenblick zu sehen. Das Fahrzeug war aber noch zu schnell, um die Kurve zu erwischen. So war man gezwungen den Notausgang über eine Wiese zu nehmen und verschenkte so einige Sekunden, was im 14ten Rang resultierte. Der anschließende Rundkurs „Steinach“ war dagegen wieder ideales Terrain für den BMW M3 – schnelle Kurven und breite Landstraßen. Klassenbestzeit! Im anschließenden 60-Minuten-Service war außer Scheibenreinigung und den Wasserhaushalt der Besatzung auffüllen nichts zu erledigen.

Anschließend wurden die Wertungsprüfungen vom Morgen noch einmal befahren. Bei der Sprintprüfung „Loh“ lieferten Andreas Baier und Matthias Weber eine souveräne Fahrt ab, mussten aber die Klassenführung um 0,2 Sekunden an Manuel Feuchtner und Anja Hechinger im Mitsubishi Lancer Evo 6 abgegeben. In der folgenden WP blieb man dieses Mal fehlerfrei, was sich in einer 6,5 Sekunden schnelleren Zeit und Rang neun widerspiegelte. Im Rundkurs „Steinach“ reichte es abermals auf Platz neun. So ging es auf Gesamtrang acht, nach über 84 absolvierten Wertungskilometern mit einem Rückstand von 3,8 Sekunden auf das Mitsubishi-Duo, in den Servicepark. Wiederholt waren keine Servicearbeiten am BMW zu erledigen.

Die neunte Wertungsprüfung „Rannetsreit“ musste aufgrund von Genehmigungsschwierigkeiten auf 1,7 Kilometer gekürzt werden. Das Rallyeteam setzte auf der engen Asphaltachterbahn alles auf eine Karte. In flotter Fahrt fuhr der BMW dem Ziel entgegen. Die Zielkurve, eine Links 4, nahm die Besatzung voll und überquerte die Lichtschranke noch mit der achtbesten Zeit. Doch leider ging drei Meter später der Asphalt aus, der BMW rutschte über den Grünstreifen in den tiefen Graben. Von dieser Sekunde an gab es kein Halten mehr. Der M3 stieß nach wenigen Metern frontal auf den Überweg, über welchen der Bauer sein Feld bestellt. Anschließend wurde das Fahrzeug durch die Wucht des Aufpralls in die Luft geschleudert und kam dann auf einer Wiese zum Stehen. Für die Besatzung ging der Unfall noch glimpflich aus. Der Beifahrer blieb unverletzt und Andreas Baier erlitt nur Prellungen und Blutergüsse. Der BMW wurde allerdings schwer in Mitleidenschaft gezogen, sodass die Saison 2015 nun vorzeitig beendet ist.

Den Gesamtsieg sicherte sich der amtierende Deutsche Meister Ruben Zeltner mit Ehefrau Petra im Porsche 997 GT3 vor Rainer Noller mit Copilot Stefan Kopczyk in einem weiteren Porsche 997 GT3.